Flexible Zeiten

Flexibilisierung wird oft mit der Flexibilisierung der Arbeitszeit gleichgesetzt.
Tatsächlich
war die Entwicklung der industriellen Arbeitswelt untrennbar mit dem «Streit um die Zeit» verknüpft. Im Aushandlungsprozess zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften entwickelte sich ein «Normalarbeitsverhältnis», das nicht nur die Dauer der Arbeitszeit, sondern auch deren zeitliche Organisation für lange Zeit fixierte.

Aus diesem Korsett haben sich in den letzten 20 Jahren viele Unternehmen befreit.

Im Vordergrund steht dabei oft die Ausweitung des Zeithorizontes: Weg von der einengenden Fixierung auf ein wöchentlich zu erbringendes Soll. Mit der Jahresarbeitszeit und mit Zeitkontensystemen habe viele Unternehmen ein Arbeitszeitmanagement eingeführt, das ihnen hohe Flexibilität, verbesserte Produktivität und damit oft auch entscheidende Wettbewerbsvorteile einbrachte.

Begünstigt durch Veränderungen im Arbeitsrecht hat diese Flexibilisierung nun auch die Schichtarbeit erfasst.
Starre Schichtsysteme können mit den Anforderungen flexibler Märkte nicht mehr Schritt halten.
Aber wie kann Schichtarbeit flexibler gestaltet werden?
Die Frage führt oft an das Grundprinzip des Arbeitskonzeptes: Braucht es überhaupt rotierende Schichten um die komplexen Bedürfnisse von Produktion und Markt zu erfüllen? Wäre ein System von Dienstplänen oder wären projektorientierte Arbeitszeiten nicht viel
fach angemessener?


Kann das Gehalt eines Mitarbeitenden unabhängig seiner individuellen Leistung, der Leistung seines Teams und der wirtschaftlichen Situation des Unternehmens konstant bleiben? Ist die fixe Entlöhnung eine der ehernen Errungenschaften der Arbeitsgesellschaft? Nach dem Motto: Alles kann variabel werden – Hauptsache das Gehalt bleibt konstant?

In einem gewandelten Arbeitsverständnis erhalten Fragen der Anreizgestaltung eine neue
Bedeutung. Die Bemühungen, die Gehaltsentwicklung an die Entwicklung der Unternehmensdynamik zu koppeln sind vielfältig. Die Erfahrung zeigt, dass dabei weniger das Prinzip variabler Gehaltssysteme als die Art und Weise seiner Umsetzung kontrovers ist. Gelingt es Kenngrössen variabler Komponenten zu bestimmen, die valabel, transparent, nachvollziehbar und beeinflussbar sind? Wie erfolgt die Leistungsmessung, wenn „harte“ Kriterien fehlen?

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